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Was tun bei Ratten im Garten?

Als Kulturfolger begleiten uns die Ratten schon seit langer Zeit. Die feinsinnigen und sozial lebenden Tiere können leider ähnliche Krankheiten wie Mäuse übertragen. Während des Mittelalters wuchsen die menschlichen Ansiedlungen und damit verbesserten sich auch die Lebensbedingungen für die Ratten. Ihre Population wächst auch im Stadtgebiet von Hannover ständig und deshalb findet man sie auch vermehrt in unseren Gartenkolonien.

Wie kommt das und was kann dagegen unternommen werden? Ratten siedeln sich nur an wenn sie genug Nahrung und Versteckmöglichkeiten finden. Mit den Versteckmöglichkeiten ist das so eine Sache. In einem völlig aufgeräumten Garten fühlen sich überhaupt keine Wildtiere wohl, deswegen sollte man also nicht allzu penibel sein. Aber beim Thema Nahrung kann man schon einiges tun. Ratten fressen fast alles.

Was passiert wenn im Winter die Nahrung knapp wird, sieht man auf diesen Fotos:

Selbst für Kerzen nagen sie sich sogar durch Schuppentüren und -wände! Stearin wird aus Palmöl oder tierischen Fetten hergestellt, Paraffin ist ein Erdölprodukt, ich weiß nicht, woraus diese Kerzen waren…

Um den Tieren das Leben und damit die Ansiedlung nicht zu leicht zu machen, muss man unbedingt das Herumliegenlassen von Müll vermeiden! Fallobst sollte nicht liegen gelassen, sondern im Hausmüll entsorgt werden. Essensreste gehören nicht auf den Kompost, ebenso keine tierischen Küchenabfälle. Pflanzliche Küchenabfälle sollten in einem geschlossenen oder anders gesicherten Kompost entsorgt werden. Das Füttern von Vögeln sollte mit Bedacht durchgeführt werden. Große Futtermengen locken immer auch Ratten an. Das Für und Wieder der Sommerfütterung ist unter Kleingärtnern ein ständiges Diskussionsthema. Ich persönlich bin der Meinung, dass man unsere gefiederten Helfer durchaus im Sommer mit Futter unterstützen kann. Es muss halt in Maßen geschehen und so, dass Ratten das Futter möglichst nicht erreichen können.

Unsere Gartenfreundin Hella hat dazu eine extravagante Idee verwirklicht, die super funktioniert.

Will man selbst etwas gegen die Ratten tun, sollte man mechanische Lebend- oder Schlagfallen einsetzen. Als Köder taugen energiereiche Lebensmittel wie Nüsse, mit Speiseöl getränktes Brot oder z.B. Nuss- Nougat- Creme.

VORSICHT! Schlagfallen müssen so aufgestellt werden, dass man sich nicht versehentlich selbst verletzen kann und Kinder sowie Haus- und andere Wildtiere außer Ratten möglichst nicht gefährdet werden.

Unter dem Busch verstecken reicht da nicht aus. Die Fallen müssen unbedingt mit etwas abgedeckt werden. Wie beispielsweise mit einem umgedrehten, mit einem Stein beschwerten und auf einer Seite auf einem Stock oder Stein stehenden Eimer. Zwei Zentimeter Luft zum Boden reichen da aus. Ätherische Öle von Eukalyptus oder Minze stören übrigens ihre feinen Nasen. Damit kann man sie von bestimmten Stellen fernhalten wenn ihr Hunger noch nicht zu groß geworden ist.

Die Anwendung von Rattengift sollte ausschließlich durch Fachleute vorgenommen werden, weil die Ratten gegen die frei verkäuflichen Rodentizide immer stärker resistent werden. Schlägt ein Raubvogel eine vergiftete, aber resistente Ratte, wird er vermutlich sterben oder mit der Beute seine Brut umbringen. Ratten schleppen die oft schön bunten Köder gerne zu ihren bevorzugten Freßplätzen, was Kleinkinder und Gartentiere erheblich gefährden kann. Besser: Finger weg!!!

Die Haltung von Katzen ist im Kleingarten verboten. Als „Rattenjäger“ sind sie sowieso nicht geeignet. Durch ihre Instinkte gesteuert töten sie große Mengen Kleingetier, vom Schmetterling über Vögel bis zur Eidechse. Das kann ein Tierfreund nicht wirklich gut finden und der Schaden ist allemal größer als ein möglicher Nutzen. Außerdem können Katzen über ihren Kot auch die Toxoplasmose auf Menschen übertragen, was besonders für ungeborene Kinder gefährlich sein kann.

Der Vereinsvorstand wird manchmal gefragt, ob er etwas gegen die Ratten unternehmen kann. Natürlich kann er das nicht. Die Bekämpfung von Ratten in einer so großen Kolonie verursacht erhebliche Kosten. Sie muss von einer Fachfirma durchgeführt werden. ALLE PächterInnen müssen mitmachen. Man braucht Zugang zu den einzelnen Gärten. Das alles zusammen ist, realistisch betrachtet, nicht durchführbar. Und sollte man die Kolonie tatsächlich, nach erheblichem Aufwand, rattenfrei bekommen haben, freuen sich alle drum herum lebenden Rattenfamilien über die vielen freien Gärten…

Es ist auch durchaus normal, dass ab und zu mal eine Ratte durch den Garten läuft. Sollten sich die Sichtungen aber häufen, sollte man als Erstes sein eigenes Verhalten im Garten hinterfragen und dann die nächsten Nachbarn auf das Problem hinweisen. Unsere Erfahrung ist, dass man gemeinsam die Population schon etwas eindämmen kann.

Ich hoffe, einige Fragen konnten beantwortet werden. GUT GRÜN

Stefan Petri, stellv. Schriftführer und Fachberater

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