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Der Nistkasten

Bei der Reinigung unserer Nistkästen bemerkte ich mit Staunen, welch unterschiedliche Nestformen von unseren Höhlenbewohnern bevorzugt werden. Dieses Jahr hatten wir nur Stare und Sperlinge in unseren Kästen zu Gast.

Der Star macht sich nicht viel Arbeit mit seinem Nest. Die Jungvögel verbringen ihre spartanische Jugend auf einer nur wenige Millimeter dünnen Schicht aus -größtenteils- Grashalmen und Schilf.

Was am Starennest aber erstaunlich ist: Die Elternvögel schleppen große Mengen von den Jungen erzeugten Kotes aus dem Kasten um ihn in sicherer Entfernung fallen zu lassen. Somit werden keine Nesträuber angelockt. Das funktioniert aber nur, bis gegen Ende der Nestlingszeit die Ernährung der Kleinen umgestellt wird und sie die Umgebung ihres Kastens munter bekleckern (der Regen wäscht das recht flott wieder weg). Wenn man sich vor Augen führt, welche Massen von Unrat die Altvögel zu bewältigen haben, ist es im Nistkasten selbst doch erstaunlich sauber.

Bei den Sperlingen findet man fast gar keine Verunreinigungen im Kasten, soviel zum Begriff „Dreckspatz“. Die Kleinen residieren auf einer megadicken „Federkernmatratze“. Die Natur hat den Zeitpunkt der Mauser schlauer Weise ungefähr auf den Beginn der Brutzeit gelegt. Das Nest ist ausgiebig gepolstert mit Daunen und weichem Moos. Haben die Spatzen genügend Zeit, wird der komplette Kasten bis unters Dach ausgebaut, nur der Zugang zur Brut bleibt frei. Das sieht sehr gemütlich aus. 

Beim Thema Reinigung der Nistkästen gehen die Meinungen auseinander. Die einen sagen, alles, was im Nistkasten angesiedelt ist, ist dort das natürliche Ökosystem. Andererseits ist es eine Tatsache, dass die Brut durch verstärkten Befall von Zecken, Milben, Läusen und Flöhen usw. erheblich geschwächt werden kann. Deshalb reinige ich unsere Kästen mit heißem Wasser und Bürste, ohne Chemie. Handschuhe nicht vergessen!

Der beste Zeitpunkt dafür ist der Spätsommer, also ungefähr zur Apfelernte. Die unbenutzten Nistkästen reinige ich erst im Frühling, bevor der Nestbau beginnt. Oft werden sie über den Winter als Schlafplatz genutzt und sind nur wenig verschmutzt.

(Auf dem Bild seht Ihr übrigens die Wohnstatt unserer Rotschwanzfamilie)

Übrigens: Spatzen zeigen während der Brutzeit kein ausgeprägtes Revierverhalten, sie sind auch dann recht gesellig. Man kann also mehrere Spatzenhäuser dicht zusammen aufhängen, sogar als „Reihenhaus“.

Auf der NABU-Seite kann man sich entsprechende Bauanleitungen anschauen. Beim Star sieht das komplett anders aus. Höchstens ein Kasten pro Garten reicht, sonst bekommen die Brutpaare schon mal Stress miteinander.

(Das Bild zeigt nochmal ein Spatzennest im Größenvergleich)

Guck mal, wer da nistet

Bild zeigt das Starennest & daneben das des Spatzes:

So, weiterhin viel Spaß mit Euren fliegenden Mitbewohnern und „Gut Grün“ wünscht

Stefan Petri, stellv. Schriftführer

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